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Gebührenrecht

Was eine standesamtliche Trauung kostet

Welche Posten bei einer standesamtlichen Trauung wirklich anfallen und wovon die Höhe abhängt

Ein einziger Posten fällt in jedem Fall an: die Prüfung bei der Anmeldung. Alles andere hängt daran, wo und wann Sie heiraten. Wer das weiß, kann steuern, was die Trauung kostet, statt sich am Ende von der Rechnung überraschen zu lassen.

Fällt immer an
Prüfung der Ehevoraussetzungen bei der Anmeldung
Nur bei besonderem Ort
Zuschlag für die Trauung außerhalb der Amtsräume
Nur am Wochenende
Zuschlag für Freitagnachmittag und Samstag
Kein Amtsgeld
Raumnutzung geht an den Betreiber, nicht an die Stadt

Die Gebühren der Standesämter regelt nicht der Bund, sondern jedes der 16 Länder für sich, darunter jede der 4.411 Kommunen per Satzung. Von den 16 Landesregelungen sind hier 16 an der Primärquelle gegengeprüft. Die erhobenen Zuschläge reichen von 50 Euro bis 1.000 Euro.

16
Landesregelungen
16
davon gegengeprüft
138
Beträge vor Ort erhoben
166 Euro
Mittlerer Zuschlag

§ 72 Personenstandsgesetz ermächtigt die Länder, die Gebühren für Amtshandlungen der Standesämter festzulegen. Manche Länder setzen feste Beträge, andere nur einen Rahmen, den die Kommune ausfüllt, und in einigen Ländern dürfen die Gemeinden ganz eigene Satzungen erlassen. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich, den bisher niemand zusammengetragen hat.

Auf diesem Portal steht ein Betrag nur, wenn er an der genannten Fundstelle nachgelesen wurde. Wo das nicht geschehen ist, steht das da. Geschätzte Gebühren gehen nicht online, weil eine falsche Zahl zu Kosten und Fristen schlimmer ist als eine fehlende.

Allein 2025 haben sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts 348.800 Paare in Deutschland standesamtlich das Ja-Wort gegeben, der niedrigste Stand seit Beginn dieser Zählung 1950. Für jedes dieser Paare entscheidet die Postleitzahl des zuständigen Standesamts mit über die Rechnung, nicht nur das Bundesland.

Nur ein Posten fällt in jedem Fall an

Die Posten einer standesamtlichen Trauung und ihre SpannenAnmeldung: 40 bis 55 Euro, fällt immer an. Außerhalb der Amtsräume: 53 bis 350 Euro, nur bei besonderem Trauort. Samstag oder Freitagnachmittag: 66 bis 180 Euro, nur bei Wochenendtermin. Raumnutzung: 50 bis 1000 Euro, je nach Ort, kein Amtsgeld. Urkunden: 10 bis 12 Euro, je Stück.Anmeldungfällt immer an40 bis 55 EuroAußerhalb der Amtsräumenur bei besonderem Trauort53 bis 350 EuroSamstag oder Freitagnachm.nur bei Wochenendtermin66 bis 180 EuroRaumnutzungje nach Ort, kein Amtsgeld50 bis 1000 EuroUrkundenje Stück10 bis 12 Euro01.000 Euro

Nur der erste Posten fällt in jedem Fall an. Alles darunter hängt daran, wo und wann Sie heiraten. Der Balken zeigt die Spanne zwischen dem günstigsten und dem teuersten erhobenen Betrag: Wo er lang ist, lohnt der Vergleich am meisten.

Den Betrag setzt die Kommune, nicht der Bund

Drei Ebenen bestimmen die GebührDer Bund erlaubt den Ländern über Paragraf 72 Personenstandsgesetz, die Gebühren zu regeln. Die 16 Länder setzen einen Rahmen. Die 4411 Standesamtsbezirke füllen ihn per Satzung aus und bestimmen den Betrag, den ein Paar tatsächlich zahlt.Der Bunderlaubt den Ländern, die Gebühren zu regeln1 Gesetz§ 72 PersonenstandsgesetzDie Ländersetzen einen Rahmen, oft eine Spanne16 RegelungenGebührenordnung je LandDie Kommunefüllt den Rahmen aus und setzt den Betrag4.411 Bezirkeeigene SatzungIhr Betrag entsteht auf der untersten Ebene. Deshalb steht er hier je Ort.

Der Bund legt keinen Betrag fest, sondern nur, dass die Länder es dürfen. Die Länder geben meist eine Spanne vor, und ausgefüllt wird sie ganz unten. Deshalb ist die Frage "was kostet heiraten" ohne Ortsangabe nicht beantwortbar, und deshalb steht in jedem Ratgeber ein Durchschnitt, der für niemanden stimmt.

16 Landesregelungen mit Rechtsgrundlage, Betrag und Prüfstand

LandRechtsgrundlageAußerhalb der AmtsräumeStand
Schleswig-HolsteinVerwGebVO Tarifstelle 19150 bis 200 Euro27.08.2026
HamburgPStGGebO Hamburg276 bis 600 Euro27.08.2026
NiedersachsenAllGO Nr. 1050 bis 130 Euro27.08.2026
BremenKostenverordnung innere Verwaltung127 Euro27.08.2026
Nordrhein-WestfalenAVwGebO NRW66 bis 120 Euro27.08.2026
HessenVwKostO-MdIS Nr. 663 bis 94 Euro27.08.2026
Rheinland-PfalzBesonderes Gebührenverzeichnis Nr. 1675 bis 140 Euro27.08.2026
Baden-WürttembergPStG-DVO Anlage 1110 Euro27.08.2026
BayernKVz Tarifstelle 2.II.820 bis 250 Euro27.08.2026
SaarlandGebVerz Nr. 52066 Euro28.08.2026
BerlinPStG-AusfVO Berlin75 bis 150 Euro27.08.2026
BrandenburgGebOMIK Tarifstelle 12144 bis 180 Euro27.08.2026
Mecklenburg-VorpommernIMKostVO M-V Tarifstelle 4nicht geprüft27.08.2026
Sachsen10. SächsKVZ lfd. Nr. 75100 bis 120 Euro27.08.2026
Sachsen-AnhaltAllGO LSA Tarifnummer 64nicht geprüft28.08.2026
ThüringenThürVwKostOIM Tarifstelle 1280 bis 150 Euro27.08.2026

Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt tragen bei diesem Posten noch keinen Betrag. Anmeldung und Trauung außerhalb der Dienstzeit sind für beide Länder bereits geprüft, der eigene Satz für die Trauung außerhalb der Amtsräume steht noch nicht an der Primärquelle nachgelesen.

Innerhalb der 14 bereits vollständig geprüften Länder liegt die Spanne für diesen Posten zwischen 63 Euro in Hessen und 600 Euro in Hamburg, dem weitesten Rahmen aller hier erhobenen Sätze.

6 Posten von der Anmeldung bis zur Eheurkunde

Prüfung der Ehevoraussetzungen bei der Anmeldung
Fällt einmal je Paar an, unabhängig davon, wo geheiratet wird.
Prüfung bei Beteiligung ausländischen Rechts
Zusatz, wenn eine der beiden Personen eine ausländische Staatsangehörigkeit hat.
Durchführung und Beurkundung der Eheschließung
Nicht jedes Land berechnet die Trauung selbst. Acht lassen sie im üblichen Rahmen gebührenfrei.
Eheschließung außerhalb der Amtsräume
Der Posten, der zwischen den Kommunen am stärksten streut.
Eheschließung außerhalb der Dienstzeiten
Betrifft Freitagnachmittag und Samstag. In einigen Ländern derselbe Tatbestand wie oben.
Eheurkunde
Je Stück. Weitere Ausfertigungen sind vielerorts günstiger.

Alle Posten zusammenrechnen

Die 5 günstigsten und die 5 teuersten erhobenen Beträge

138 Beträge aus den Veröffentlichungen der Kommunen, vom günstigsten zum teuersten. Der Unterschied zwischen den Enden ist der eigentliche Befund dieses Portals.

3 Fragen zu Standesamt, Trauort und Gebühren

Warum kostet heiraten nicht überall gleich viel?
Weil § 72 Personenstandsgesetz die Gebühren den Ländern überlässt und diese den Rahmen wiederum den Kommunen zur Ausfüllung geben. Es gibt keinen bundeseinheitlichen Betrag, und es soll auch keinen geben.
Welche Posten fallen bei einer standesamtlichen Trauung an?
Die Prüfung der Ehevoraussetzungen bei der Anmeldung fällt immer an. Dazu kommen je nach Fall: Zuschlag für eine Trauung außerhalb der Amtsräume, Zuschlag außerhalb der Dienstzeiten, Raumnutzung bei besonderen Trauorten, Reservierungsgebühr, Eheurkunden und ein Stammbuch. Bei ausländischer Staatsangehörigkeit kommt die Prüfung nach ausländischem Recht dazu.
Was ist der teuerste Posten?
In der Regel die Raumnutzung an besonderen Trauorten. Sie geht in dieser Erhebung bis in den vierstelligen Bereich, während der Zuschlag für die Trauung außerhalb der Amtsräume meist zwischen 50 und 350 Euro liegt.

Kosten rechnen, Trauort nach Preis suchen, Zuständigkeit klären

Das ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung im Sinne des Rechtsdienstleistungsgesetzes. Eine Prüfung des Einzelfalls ersetzt sie nicht. Wer eine rechtsverbindliche Auskunft braucht, wendet sich an das zuständige Standesamt oder an eine zur Rechtsberatung befugte Person.

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Standesamt-Gebühren in Deutschland. heiratsorte.de, Datenstand 03.09.2026. https://heiratsorte.de/gebuehren/